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Mit zwölf Jahren sah ich im Fernsehen einen Film über die zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbene Cellistin Jacqueline du Pré. Dieser Moment gehörte zu den entscheidenden in meiner Beziehung zum Cello.

Was mich so berührte, war nicht nur ihre Musik, oder die Möglichkeit mir ein Vorbild zu nehmen. Schon als ich ein Kind war, fiel mir Jacqueline du Prés Gesichtsausdruck auf: Hochkonzentriert, emotional nur wenig involviert.
Ich kann mich erinnern, mir damals lange darüber Gedanken gemacht zu haben. Viel später wurde mir bewusst, dass es das war, was sie dazu befähigte, so fantastische Musik zu machen. Sie war ausschließlich darauf konzentriert, die Töne und deren Farbe zu formen.

Musik verstehe ich als ein gebendes Element. Im Dienste der Komponisten stehend, möchte ich deren Werke so vermitteln, dass sie für immer beim Zuhörer hängen bleiben. Er ist das Ziel, ihn will ich für die Musik begeistern, nein, mehr, ich will ihn süchtig machen nach guter, reiner Musik.

Ich möchte junge Ohren öffnen, erfahrene Ohren Unentdecktes finden lassen, mit Farben zaubern und verzaubern, einen Raum für Verborgenes schaffen, alle Facetten des Lebens zum Ausdruck bringen - Liebe, Hass, Verzweiflung, Irrsinn, Jähzorn, Überschwang, Freundschaft und Betrug.

Mut zur Echtheit zu provozieren. Das ist mein Traum.
 

traum